Wenn Paletten im Lager direkt übereinander stehen sollen, entscheidet nicht nur die Ware über die Sicherheit, sondern auch der richtige Palettentyp. Block pallets sind dafür ausgelegt, Lasten stabil aufzunehmen, mit Flurförderzeugen von mehreren Seiten bewegt zu werden und in klaren Stapelbildern Platz zu sparen. Ich zeige, wie diese Paletten aufgebaut sind, wann sie sich für die Blocklagerung eignen und welche Traglasten, Abmessungen und Sicherheitsregeln in der Praxis zählen.
Die wichtigsten Entscheidungen fallen bei Traglast, Palettentyp und Stapelbild
- Blockpaletten besitzen mehrere Klötze statt durchgehender Längskufen und sind meist von vier Seiten zugänglich.
- Die verbreitete EPAL-Europalette misst 1.200 x 800 x 144 mm und hat eine sichere Arbeitslast von etwa 1.500 kg.
- Für die Blocklagerung zählen ebener Boden, gleichmäßige Lastverteilung und nachgewiesene Stapelfähigkeit.
- Eine Palette darf nur dann ins Regal, wenn Palettenmaß, Auflageart und Regaltraglast zusammenpassen.
- Beschädigte Klötze, herausstehende Nägel und instabile Ladungen gehören sofort aus dem Umlauf.

Was eine Blockpalette im Lager besonders macht
Der Begriff block pallets beschreibt Paletten, deren Deckbretter auf einzelnen Klötzen ruhen. Diese Bauweise unterscheidet sie von Kufenpaletten, bei denen meist zwei oder drei durchgehende Längsholme die Last tragen. Durch die Anordnung der Klötze entstehen Öffnungen, in die Hubwagen und Gabelstapler von mehreren Seiten einfahren können.
Für die Lagerlogistik ist das ein praktischer Vorteil. Eine Palette lässt sich leichter drehen, umsetzen und in unterschiedliche Arbeitsrichtungen bewegen. Gleichzeitig verteilt die Konstruktion das Gewicht über mehrere Auflagepunkte. Das macht sie besonders interessant für Blocklager mit gleicher oder ähnlicher Ware, bei dem die Ladeeinheiten direkt auf dem Boden oder aufeinander stehen.
Blocklagerung ist nicht dasselbe wie ein Palettentyp
Hier entsteht häufig ein Missverständnis. Eine Blockpalette ist zunächst eine konstruktive Bauart. Die Blocklagerung beschreibt dagegen die Art, wie Paletten im Lager angeordnet werden. Auch eine Europalette kann als Blockpalette in einem Blockstapel eingesetzt werden, sofern die Ware und die Paletten dafür geeignet sind.
Beim Blockstapeln stehen mehrere Ladeeinheiten in Reihen oder Feldern ohne klassische Regaltraversen übereinander. Das spart Investitionen in Regalanlagen und nutzt die Bodenfläche gut aus. Der Preis dafür ist eine geringere Zugänglichkeit. Meist lässt sich nur die vordere oder obere Palette direkt entnehmen, während die dahinter oder darunter stehenden Einheiten umgelagert werden müssen.
Wann diese Lösung gut funktioniert
Ich halte Blocklagerung vor allem dann für sinnvoll, wenn viele gleiche Artikel in größeren Mengen ein- und ausgelagert werden. Getränke, Baustoffe, Sackware, Lebensmittelkartons oder saisonale Handelsware sind typische Beispiele. Bei vielen unterschiedlichen Artikeln mit häufigem Einzelzugriff wird ein Palettenregal meist effizienter.
- Geeignet sind formstabile, stapelfähige Ladeeinheiten.
- Die Ware sollte eine ähnliche Umschlaggeschwindigkeit und einen klaren Lagerplatz haben.
- Die Paletten müssen auf einem tragfähigen, ebenen und trockenen Boden stehen.
- Die Stapelhöhe muss zur Stabilität der Ware, zur Raumhöhe und zur Betriebssicherheit passen.
Aufbau, Maße und Varianten im direkten Vergleich
Eine typische Blockpalette besteht aus einem oberen Palettendeck, mehreren Klötzen und einem unteren Deck oder einzelnen Bodenbrettern. Die Klötze sitzen meist an den Ecken, in der Mitte und an den Längsseiten. Bei einer klassischen Europalette sind es neun Klötze, die das Deck tragen und den Zugang mit dem Hubwagen von vier Seiten ermöglichen.
Die genaue Tragfähigkeit hängt nicht allein von der Zahl der Klötze ab. Holzart, Feuchtigkeit, Brettstärke, Nagelung, Auflagefläche und Lastverteilung spielen ebenfalls eine Rolle. Eine Herstellerangabe von 1.500 kg gilt deshalb nicht automatisch für jede gebrauchte oder individuell gefertigte Palette.
| Palettentyp | Typische Abmessung | Stärken | Typische Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Europalette beziehungsweise EPAL 1 | 1.200 x 800 x 144 mm | Vierseitig aufnehmbar, standardisiert, tauschfähig | Für Sondermaße und sehr breite Ladungen oft zu klein |
| Industriepalette | 1.200 x 1.000 mm | Mehr Stellfläche, geeignet für größere Kartons | Höheres Eigengewicht und andere Regalplanung |
| Einweg- oder Exportpalette | Nach Auftrag, oft 1.200 x 800 oder 1.200 x 1.000 mm | Günstig für eine einzelne Transportstrecke | Qualität und Tragfähigkeit schwanken stärker |
| Kunststoff-Blockpalette | Nach Modell, häufig europäische Standardmaße | Feuchtigkeitsbeständig, gut zu reinigen, gleichmäßige Maße | Höhere Anschaffungskosten und Reparatur meist schwieriger |
Die Standard-Europalette mit 1.200 x 800 mm ist etwa 25 kg schwer und für eine sichere Arbeitslast von 1.500 kg ausgelegt. Bei beladenen Paletten auf vollflächigem, ebenem Untergrund darf die unterste Palette eines Stapels nach den EPAL-Angaben höchstens 5.500 kg aufnehmen. Diese Werte gelten für den definierten Palettentyp und den beschriebenen Zustand, nicht als Freibrief für jede Blockpalette.
Holz oder Kunststoff
Holz ist im deutschen Logistikalltag meist die wirtschaftlichere Wahl. Beschädigte Bretter und Klötze können bei lizenzierten Betrieben repariert werden, und gebrauchte Paletten lassen sich in vielen Lieferketten tauschen. Für feuchte Bereiche, Waschanlagen oder hygienisch sensible Prozesse kann Kunststoff die bessere Lösung sein, obwohl der Einkaufspreis deutlich höher liegt.
Bei Exporten ist außerdem die Kennzeichnung nach ISPM 15 wichtig. Das Wärmebehandlungsverfahren reduziert das Risiko, dass Holzschädlinge über internationale Transporte verbreitet werden. Für innerdeutsche Transporte ist diese Kennzeichnung nicht in jedem Fall erforderlich, für viele Drittlandsendungen aber praktisch unverzichtbar.
Blockpaletten und Kufenpaletten sinnvoll auswählen
Die Entscheidung zwischen Block- und Kufenpalette sollte nicht nach dem Preis pro Stück fallen. Entscheidend ist, wie die Palette aufgenommen wird, ob sie im Regal aufliegt und wie oft sie umgesetzt wird. Eine billige Palette, die im Fördertechnikkreislauf klemmt oder regelmäßig aussortiert wird, kostet am Ende mehr als eine passende Standardpalette.
| Kriterium | Blockpalette | Kufenpalette |
|---|---|---|
| Aufnahme mit Flurförderzeugen | Oft von vier Seiten möglich | Je nach Konstruktion häufig nur von zwei Seiten |
| Wendigkeit im Lager | Gut für wechselnde Fahrtrichtungen | Einfacher Aufbau, aber richtungsabhängiger |
| Blocklagerung | Sehr gut geeignet, wenn die Last stabil aufliegt | Nur bei passender Konstruktion und nachgewiesener Stapelfähigkeit |
| Hochregal | Gut möglich, wenn Regal und Palette darauf ausgelegt sind | Kann je nach Kufenabstand spezielle Auflagen benötigen |
| Reparatur und Tausch | Bei Standardsystemen gut organisiert | Stark von Modell und Lieferkette abhängig |
Für ein Lager mit vielen gleichen Ladeeinheiten ist eine vierseitig aufnehmbare Blockpalette meist komfortabler. Für eine einfache innerbetriebliche Strecke mit wenigen Umsetzvorgängen kann eine solide Kufenpalette dagegen völlig ausreichen. Ich würde vor der Beschaffung immer einen Testlauf mit realer Ware und dem eingesetzten Stapler machen.
Regalverträglichkeit prüfen
Eine Palette, die auf dem Boden sicher steht, ist nicht automatisch für ein Palettenregal geeignet. Im Regal tragen meist zwei Traversen oder spezielle Auflagen. Die Klötze und Bodenbretter müssen so positioniert sein, dass die Palette nicht durchrutscht, kippt oder einzelne Bauteile überlastet.
Vor der Freigabe gehören mindestens diese Punkte auf die Prüfliste:
- Außenmaß und Höhe der unbeladenen Palette
- Gewicht und Schwerpunkt der Ladeeinheit
- Auflageart im Regal und zulässige Fachlast
- Einführmaß für Hubwagen, Stapler oder Fördertechnik
- Überstand der Ware über das Palettendeck
- Verträglichkeit mit Rollenbahnen, Kettenförderern und automatisierten Anlagen
Die DIN EN 15635 betrifft die Anwendung und Wartung von Palettenregalen. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass Regaltraglast und Palettentragfähigkeit gemeinsam betrachtet werden müssen. Ein belastbares Palettendeck gleicht kein zu schwaches Regal aus.
So funktioniert sichere Blocklagerung im Alltag
Beim Blockstapeln ist das Stapelbild wichtiger als die reine Anzahl der Paletten. Die Last sollte möglichst senkrecht über den tragenden Klötzen oder Füßen stehen. Kartons, Säcke und Behälter dürfen nicht so überstehen, dass sie den Schwerpunkt nach außen verlagern oder den unteren Ladungsträger punktuell belasten.
Die richtige Reihenfolge
- Paletten kontrollieren. Risse, gebrochene Klötze, lose Bretter und herausstehende Nägel führen zum Aussortieren.
- Ladeeinheit stabilisieren. Je nach Ware kommen Stretchfolie, Umreifungsband, Antirutschmatten oder Kantenschutz zum Einsatz.
- Last gleichmäßig verteilen. Schwere Packstücke gehören nach unten, leichte und empfindliche nach oben.
- Auf ebener Fläche stapeln. Unebenheiten, Öl, Wasser und lose Folienreste beeinträchtigen die Standsicherheit.
- Stapelhöhe begrenzen. Maßgeblich sind Palettenfreigabe, Ware, Schwerpunkt, Boden und innerbetriebliche Vorgaben.
- Verkehrswege freihalten. Stapel dürfen weder Fluchtwege noch Sichtachsen und Fahrgassen einengen.
Die DGUV empfiehlt, Lagergeräte vor dem Stapeln zu prüfen, nur auf tragfähigem Boden zu lagern und die zulässige Stapelhöhe einzuhalten. Für Europaletten hat sich bei vollflächiger, ebener Auflage eine unterste Palette bewährt, die bis zum Vierfachen der zulässigen Einzellast aufnehmen kann. Bei nicht genormten Paletten ist ein eigener Nachweis erforderlich.
Was bei unterschiedlichen Lasten gilt
Stehen unterschiedlich schwere Ladeeinheiten übereinander, sollten die Lasten nach oben hin abnehmen. Eine leichte Palette auf einer schweren ist meistens unkritisch, die umgekehrte Anordnung kann die obere Palette verformen oder den Stapel instabil machen.
Eine häufig unterschätzte Grenze ist die Schlankheit des Stapels, also das Verhältnis von Höhe zu schmaler Grundseite. Nach den genannten DGUV-Hinweisen sollte dieses Verhältnis nicht größer als 6:1 sein. In engen Gängen, bei häufigen Staplerbewegungen oder empfindlicher Ware kann eine niedrigere Stapelhöhe trotzdem die bessere Entscheidung sein.
Typische Fehler, die im Lager teuer werden
Die meisten Probleme entstehen nicht durch einen spektakulären Konstruktionsfehler, sondern durch kleine Abweichungen im täglichen Betrieb. Eine feuchte Palette wird weiterverwendet, eine beschädigte Ecke mit Folie kaschiert oder die zulässige Last aus einer anderen Palettenserie übernommen. Solche Gewohnheiten erhöhen das Risiko für Waren- und Personenschäden.
Die häufigsten Fehlentscheidungen
- Traglast pauschal übernehmen: 1.500 kg bei einer standardisierten Europalette bedeuten nicht, dass eine gebrauchte Sonderpalette dieselbe Last trägt.
- Paletten falsch herum einlagern: Bei manchen Regalen verändern Kufenrichtung und Auflage die Tragfähigkeit deutlich.
- Schäden übersehen: Ein gesplitterter Klotz oder ein fehlendes Bodenbrett kann die Lastverteilung entscheidend verschlechtern.
- Ware zu hoch stapeln: Die Palette kann stabil sein, während die aufgesetzten Kartons oder Säcke verrutschen.
- Überstand tolerieren: Überstehende Ladung verkleinert die Sicherheitsabstände und kann im Regal an Stützen oder Traversen hängen bleiben.
- Verschiedene Paletten mischen: Unterschiedliche Höhen und Fußanordnungen erzeugen schiefe Stapel und erschweren die Fördertechnik.
Ich würde außerdem vermeiden, defekte Paletten einfach in eine zweite Reihe zu stellen und später zu „prüfen“. Eine klare Sperrzone für beschädigte Ladungsträger ist organisatorisch viel sauberer. Dort wird entschieden, ob eine lizenzierte Reparatur, eine Rückgabe oder die Aussonderung folgt.
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Eine kurze Entscheidungshilfe
Für die Auswahl reichen oft fünf Fragen. Wenn sie ehrlich beantwortet sind, wird aus einer allgemeinen Palettenfrage eine belastbare Lagerentscheidung.
- Wird die Palette nur innerbetrieblich oder auch grenzüberschreitend eingesetzt?
- Muss sie von zwei oder von vier Seiten aufgenommen werden?
- Steht die Ware im Blocklager, im Palettenregal oder in einer automatisierten Anlage?
- Wie hoch ist die tatsächliche Last einschließlich Verpackung und Ladungssicherung?
- Wie oft wird die Palette bewegt, getauscht, gereinigt oder repariert?
Wenn die Antworten noch unklar sind, würde ich keine große Menge bestellen. Ein Pilot mit 10 bis 20 Paletten zeigt meist schnell, ob Stapler, Regal, Boden und Ladeeinheit zusammenpassen. Die Kosten für diesen Test sind gering im Vergleich zu einer falsch geplanten Palettenflotte.
Die passende Palette zeigt sich erst im vollständigen Prozess
Eine gute Blockpalette ist nicht einfach die schwerste oder günstigste Ausführung. Sie passt zu Ware, Stapelbild, Fördertechnik, Regal und Transportweg. Für standardisierte europäische Lieferketten ist eine geprüfte Europalette oft der pragmatische Ausgangspunkt. Bei Feuchtigkeit, Hygieneanforderungen, Sondermaßen oder hohen Umlaufzahlen können Kunststoffpaletten oder speziell ausgelegte Industriepaletten die bessere Wahl sein.
Mein wichtigster Praxisrat lautet deshalb, die Palette nicht isoliert zu bewerten. Erst wenn Lastverteilung, Beschädigungskontrolle, Stapelhöhe und Regalauflage gemeinsam geprüft sind, wird aus einem einfachen Ladungsträger ein verlässlicher Baustein der Lagerlogistik.
